• Zertifizierung im Tourismus weiterhin schwierig

    Posted on März 23, 2013 by in Alle Artikel, Diskussionen

     

    Ein Online-Artikel der Touristiklounge berichtet über die unglaubliche Menge unterschiedlicher Nachhaltigkeits-Zertifikate und einen möglichen Lösungsweg den Überblick im Siegel-Dschungel zu bewahren.

    Das Problem, sich unter den vielen Zertifikaten nicht mehr zurecht zu finden, war Thema der ITB-Kongress Veranstaltung „Ratlos im Grünen Bereich?“ im März 2013. Neben Andreas M. Gross von der ARGE Lateinamerika stellten auch Prof. Dr. Harald Zeiss, Geschäftsführer des Instituts für Nachhaltigen Tourismus in Hannover und Leiter Nachhaltigkeitsmanagement der TUI Deutschland, Federico Solano von der Rainforest Alliance, Klaus Lengefeld, Sector Leader Sustainable Tourism der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und Wolfgang Spelitz, Tourismusunternehmer aus Costa Rica, ihre Standpunkte zu dem Thema vor.

    In dem Punkt, dass keine hundertprozentige Nachhaltigkeits-Zertifizierung im Tourismus möglich sei, waren sich die Experten einig. Einzelne Reise-Elemente, wie zum Beispiel Hotel oder Transportmittel können verhältnismäßig leicht zertifiziert werden, erklärte Zeiss bei der Diskussion. Die Zertifizierung einer ganzen Reise sei hingegen extrem kompliziert. „Eine Reise ist kein Kühlschrank“, fasste Zeit zusammen. Federico Solano bestätigte diese Aussage am Beispiel der Rainforest Alliance, welche touristische Produkte sowie Lebensmittel und landwirtschaftliche Produktionsprozesse zertifiziert.

    Jedoch zahle sich jedes Zertifikat aus, wusste Wolfgang Spelitz von der Incoming-Agentur Amadeus Travel. Die Firma kämpfte sich durch die strengen Bewertungskriterien und kann mittlerweile fünf Nachhaltigkeits-Zertifikate vorweisen, wodurch ihm viele staatliche Vergünstigungen entstehen. Zusätzliche Kunden habe er durch die Zertifizierungen jedoch nicht erhalten.

    Nachhaltiges Reisen müsse vom Unternehmen ausgehen, nicht nur vom Endkunden. Gerade in dem Zusammenhang müssen die Reiseberater gut über die entsprechenden Produkte informiert sein und die diversen Zertifikate kennen und unterscheiden können, aber genau dieser Überblick fehlt. Schulungen können helfen, wichtig ist allerdings auch ein übergreifendes Label, ähnlich dem weltweit bekannten TÜV, zu etablieren unter dessen Dach andere anerkannte Zertifikate agieren können. Die Schaffung einer solchen Marke wird zukünftig eine zentrale Aufgabe der GIZ darstellen, stand für Klaus Lengefeld fest. Schließlich sei Nachhaltigkeit ein wichtiges und wiederkehrendes Thema, bei welchem man die Übersicht behalten müsse.

    Vollständiger Artikel: hier