• Andaman Trunk Road bedroht Jarawa

    Posted on Juli 29, 2014 by in Alle Artikel, Diskussionen, Nachrichten

     

    Die Jarawa sind ein indigenes Volk, das die Andaman Inseln im Bengalischen Golf bewohnen. Man vermutet, dass die Jarawa ca. 60.000 Jahre vor den ersten Siedlern auf die Insel kamen. Heute leben noch 300 – 400 von ihnen in einem ca. 1000 km² Reservat auf der Hauptinsel. Ein Stamm besteht aus bis zu 50 Personen. Sie jagen kleine Tiere und Reptilien mit Pfeil und Bogen, fangen Fische, Krebse und Garnelen mit Netzen und sammeln Früchte und Pflanzenteile.

    Die Jarawa verhalten sich ihren Feinden gegenüber sehr kriegerisch und töten diese im Regelfall beim Aufeinandertreffen. Doch als die Andaman Trunk Road, eine Straße die mitten durch das Reservat führt, in den 1990er Jahren für den allgemeinen Verkehr freigegeben wurde, hat sich vieles für den Volksstamm verändert. Sie kamen immer häufiger in Kontakt mit den Siedlern und werden seit der Freigabe der Straße von vielen Tour-Anbietern als Touristen Attraktion vermarktet.

    Zur Hauptsaison, von September bis Mai, fahren hunderte Touristen in Bussen in das Gebiet und können das Urvolk in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Doch immer öfter tauchen im Internet herabwürdigende Videos auf, in denen die Jarawa am Straßenrand stehen und von Touristen mit kleinen Geschenken, wie z.B. Keksen, zum Tanz aufgefordert werden.

    Die Touristen verändern nicht nur das Leben und den Alltag der Jarawa, sondern schleppen auch gefährliche Krankheiten mit in das Schutzgebiet. Diese können fatale Folgen haben und zu Epidemien unter den letzten verbleibenden Jarawa führen.

    Der Direktor der Menschenrechtsorganisationen von Survival International Stephen Corry fordert:    „[…] Die Jarawa sind die jüngsten Opfer dieser Kolonialisierung und ihnen steht eine Katastrophe bevor, wenn ihr angestammtes Land nicht geschützt wird. […] Es ist Zeit, dass diese unrechtmäßige Straße endlich schließt.“

    Abhilfe könnte hier die von den Andaman-Behörden geplante alternative Schiffsroute schaffen, die im März 2015 eröffnet werden soll. Ob das gelingt ist unklar, denn Behördenvertreter erklärten jüngst, dass bisher keine Boote für die Strecke zur Verfügung stünden.

    Survival International und die lokale Organisation SEARCH setzen sich für den Schutz des indigenen Stammes ein und klären ankommende Touristen anhand von Flugblättern über die Folgen des Besuchs bei den  Jarawa auf.

    Weitere Informationen finden Sie hier und hier.