• Best-Practice Tierschutzprojekt in Südafrika

    Posted on Februar 20, 2014 by in Alle Artikel, Diskussionen, Entwicklungen und Trends

     

    Das Thema Tierschutz spielt im Tourismus eine wichtige Rolle. Tiere sind aus dem Tourismus nicht wegzudenken. Prominente Beispiele sind etwa die Pferdekutschen in New York und das Kamelreiten in Ägypten/Tauchen auf den Malediven. Jedoch ist die Tierwelt durch die voranschreitende Erschließung von Destinationen zunehmend gefährdet. Der Flächenverbrauch für Hotelanlagen, Golfplätze, Freizeitanlagen und Infrastruktur führt zum Verlust der natürlichen Lebensgrundlage von Tieren. Weltweit erfreuen sich Attraktionen mit Tieren besonderer Beliebtheit bei den Urlaubern. Nicht immer werden die Tiere dabei artgerecht gehalten. Vor diesem Hintergrund rücken best practice Projekte, wie beispielsweise der Lionsrock-Park in Südafrika oder der Save the Rhino Trust, in den Fokus.

    Im Lionsrock-Park, rund 3 Autostunden von Johannesburg entfernt, betreibt die deutsche  Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ einen 1.250 Hektar großen Naturpark. Der Park wurde bereits im Februar 2008 eröffnet. Auf dem Gelände finden Löwen aus Wanderzirkussen und Tiere aus Zoos, in denen die Tierhaltung nicht den Standard erfüllt, eine artgerechtere Haltung. Eine Auswilderung kommt für die Tiere nicht in Frage, da sie aufgrund der Jahre in Gefangenschaft in freier Wildbahn nicht überleben könnten. In den Lionsrock-Park werden nur Tiere aufgenommen, deren Halter sich schriftlich dazu verpflichten, sich künftig keine Großkatzen mehr anzuschaffen. Im Lionsrock-Park leben neben Raubkatzen auch andere typisch afrikanische Tiere. Der Park ist öffentlich zugänglich. Unterkünfte bieten Besuchern die Möglichkeit, diese besondere Umgebung hautnah zu erleben und einige Zeit auf dem Gelände zu verbringen. Zusätzlich hat Vier Pfoten ein Bildungsprogramm eingerichtet, in dessen Rahmen Schüler und Interessenten mehr zum Thema Tierschutz vor Ort erfahren. Der Lionsrock-Park verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur nachhaltigen (Tourismus-) Entwicklung.

    Ein weiteres positives Beispiel stellt der Save the Rhino Trust (SRT) in Namibia dar. Wilderer und Dürreperioden hatten die Nashorn Population in Namibia stark schrumpfen lassen. Erst durch die Arbeit des SRT hat sich die Anzahl der Nashörner wieder erhöht.  Bereits seit den 1980ern stellt SRT Wilderer als Wildhüter ein und bietet den Menschen durch ein regelmäßiges Einkommen eine nachhaltige Alternative zur Sicherung ihres Lebensunterhalts. Mit den Nashörnern nahmen auch die Touristen zu. Die Urlauber werden in Luxus-Lodges untergebracht. Das Einkommen durch den Tourismus trägt wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung bei. Mittlerweile arbeiten die Familien der ehemaligen Wilderer als Kellner, Wild-Führer oder Manager in den Lodges. Die Zusammenarbeit von SRT und den Lodges stellt eine gelungene Verbindung zwischen Tourismus und Tierschutz dar und dient anderenorts als Vorbild.

    Die beiden Beispiele zeigen ganzheitliche Ansätze auf, wie Tourismus und Tierschutz neben- und miteinander erfolgreich existieren können.

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