• Die Malediven kämpfen gegen den Untergang

    Posted on Juni 7, 2014 by in Alle Artikel, Entwicklungen und Trends


    Die Malediven sind eine weltweit beliebte Urlaubsregion. Die weißen Strände und das türkisblaue Wasser wecken Sehnsüchte und laden zum Träumen ein. Der von den Wissenschaftlern des Weltklimarates prognostizierte weltweite Anstieg der Meeresspiegel bedroht dieses Urlauberparadies, obwohl die Bewohner der Maldediven selbst kaum zu den klimatischen Änderungen beitragen. Unter dem Einfluss des Klimawandels müssen die Bewohner notgedrungen neue Ideen entwickeln. Nach den Überlegungen des Ex-Präsidenten Mohamed Nacheed, einen Teil der Inseln an einen anderen Ort umzusiedeln, gehen die Malediven nun mit einer neuen Strategie voran und holen sich dafür internationale Unterstützung.

    Die höchste natürliche Erhebung der Malediven liegt nur 2,40 Meter über dem Meeresspiegel. Steigt dieser um einen Meter an, versinken 80% der Landesfläche im Meer. Die Inseln sind nahezu schutzlos dem Wetter und den klimatischen Änderungen ausgeliefert. Der Tsunami 2004 zeigte, welch verheerende Folgen Extremwetterereignisse für die Malediven haben können: Die Inseln wurden von Wasser überspült, das glücklicherweise wieder ablief. Seit dem Tsunami wandern immer mehr Inselbewohner in die Hauptstadt Malé und andere Zentren ab. Dies führt zu einer Übervölkerung der Städte, zu Wohnungsnot und hat weitere negative Auswirkungen. Wo früher einmal stille Lagunen lagen, türmen sich jetzt Müllberge.

    Um neuen Wohnraum zu schaffen, lässt die Regierung bereits seit einigen Jahren die Inseln mit Sand aufschütten, den sie vom Meeresboden holen. So konnte zwar die Fläche der Hauptinsel nahezu verdoppelt, die Wohnungsnot jedoch nicht vollständig gelöst werden. Abhilfe soll nun das Anlegen künstlicher Inseln schaffen. Das größte und ambitionierteste Inselprojekt ist Hulumalé, eine fast quadratische Insel, die am Reißbrett entworfen wurde. Hulumalé soll künftig 60.000 Menschen Platz bieten, zum Wohnen und Arbeiten. Umweltschützer gehen davon aus, dass sich in den künstlichen Inseln nach etwa fünf Jahren trinkbares Grundwasser aus dem Regenwasser bildet.

    Neben der Schaffung von neuem Wohn- und Lebensraum sollen auch Touristen auf den Inseln bleiben. Für diese Vorhaben holt sich die Regierung Unterstützung von der niederländischen Firma DutchDocklands, mit denen sie das Projekt Ocean Flower Villas realisiert. Diese künstliche Insel im Indischen Ozean wird in Form einer Blume angelegt und verbindet 185 Villen über einen begehbaren Steg in geschwungener Form miteinander. 40 der im Bau befindlichen Häuser sind bereits verkauft. Die Firma hat Erfahrungen mit schwimmenden Siedlungen, die in den Niederlanden keine Seltenheit sind. Weitere Projekte, z.B. eine fast autarke, schwimmende Privatinsel, der erste schwimmende Golfplatz und ein mehrstöckiges Tagungshotel auf dem Meer sind in Planung.

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