• Diskussion um die Modernisierung des Skigebiets Sudelfeld

    Posted on Juni 25, 2014 by in Alle Artikel, Nachrichten

     

    Die Süddeutsche Zeitung berichtete im April und Juni 2014 wiederholt über den umstrittenen Ausbau des Skigebiets im bayrischen Sudelfeld. Dabei geht es um den zwischen Naturschützern und der Gemeinde Bayrischzell entfachten Streit um die im April erteilte Baugenehmigung.

    Im April 2014 genehmigte das Landratsamt Miesbach die Modernisierung des Skigebietes und damit den Bau weiterer Liftanlagen, eines 1,5 Hektar großen Speichersees und der Installation von Beschneiungsanlagen. Die Genehmigung stellt das öffentliche Interesse über den Naturschutz. Trotz der Gegenstimmen hat der Umbau bereits begonnen. Das Projekt wird von zwei Privatunternehmen finanziert. Auch die Gemeinde Bayrischzell ist mit 33% beteiligt. Zusätzlich hofft die Betreiberfirma auf einen Zuschuss aus der bayrischen Bergbahnenförderung. Das Projekt ist aufgrund seiner Lage in einem Landschaftsschutzgebiet umstritten.

    Eine Koalition aus den Naturschutzverbänden Bund Naturschutz in Bayern (BN) und Deutscher Alpenverein (DAV), SPD, Grünen und die Linken leiteten nach der Erteilung der Baugenehmigung rechtliche Schritte gegen die Aufhebung des bisherigen Bauverbots auf. Ihrer Meinung nach wird durch den Ausbau massiv und irreparabel in Natur und Landschaft eingegriffen. Hinzukommt der mit dem Ausbau und dem Betreiben deutlich höherer Wasser- und Energieverbrauch, der insbesondere die Diskussion um die Folgen des Klimawandels auf den Skitourismus anheizt. Neben der Kritik an dem Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet befürchten die Naturschützer auch, dass die Berechnungen zur Nutzung der künstlichen Beschneiungsanlagen in den nächsten Jahren fehlerhaft sind.

    Der höchste Punkt des Skigebietes liegt in 1563 m Höhe. Das Gebiet gilt als schneesicher. Derzeit liegt die untere Grenze der Schneesicherheit in den Alpen bei ca. 1200 m Höhe. Bei einer Erwärmung um durchschnittlich 3 °C würde sich diese um 500 m nach oben verschieben. Die Schneesicherheit wäre nicht mehr gewährleistet. Auch die künstliche Beschneiung kann in diesem Fall nur bedingt Abhilfe schaffen. Die Investitionen in Höhe von 9 Mio. Euro rechnen sich jedoch nur, wenn das Skigebiet noch weitere 20 Jahre erfolgreich betrieben werden kann.

    Der Streit beschäftigte jüngst das Verwaltungsgericht München. Dieses lehnte den Eilantrag der Naturschutzverbände auf sofortigen Baustopp ab. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass das öffentliche Interesse an dem Ausbau überwiegt. Das Skigebiet Sudelfeld ist ein seit Jahren intensiv für den Wintersport genutztes und touristisch erschlossenes Areal, heißt es in dem Urteil weiter. Der Bund Naturschutz in Bayern und der Deutsche Alpenverein sind von dem Urteil enttäuscht und prüfen eine weitere Beschwerde gegen den Beschluss.

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