• Great Barrier Reef – Status als Weltnaturerbe ungewiss

    Posted on Dezember 15, 2014 by in Alle Artikel, Nachrichten

     

    Wie die Welt berichtet, sieht die UNESCO das Great Barrier Reef als Weltnaturerbe bedroht. Führende australische Wissenschaftler und Vertreter der Organisation bewerten die von der australischen Regierung angekündigten Maßnahmen zum Schutz des Korallenriffs als ungenügend. Die australische Regierung hatte im Sommer 2014 einen Bericht vorgelegt, in dem die Bemühungen zum Schutz des vor der Ostküste gelegenen, einzigartigen Naturwunders dargestellt werden. Dieser enthält u.a. ein Verbot zur Entwicklung neuer Häfen sowie ein Verbot von Aushubarbeiten in und um das Korallenriff für die nächsten zehn Jahre. Ausgenommen sind hiervon allerdings als wichtig eingestufte Entwicklungsprojekte. Nach Meinung der Wissenschaftler berücksichtigt der Bericht nicht die Auswirkungen des Klimawandels und die Probleme hinsichtlich Wasserqualität, nachhaltiger Küstenentwicklung und Fischerei, Faktoren, die für das Bestehen des Great Barrier Reefs wichtig sind.

    Bereits seit 2011 nimmt die UNESCO das Great Barrier Reef mit wachsender Sorge unter die Lupe. Denn entgegen der Maßnahmen zum Schutz des Korallenriffs sollen zeitgleich die Landwirtschaftsproduktion bis 2040 verdoppelt und einzelne Kohlehäfen entlang der Küste ausgebaut werden. Im Kohlehafen Abbot Point, zwischen Cairns und Mackay gelegen, plant der indische Leasingnehmer Adani die Kapazität von 50 auf 120 Millionen Tonnen Kohle im Jahr zu erhöhen. Durch den Ausbau wäre Abbot Point der größte Kohlehafen der Welt und würde Arbeitsplätze und Einkommen in der Region schaffen. UNESCO und Umweltschützer sind alarmiert, denn für den Ausbau werden drei Millionen Tonnen Schlamm und Sand ausgehoben und 25 Kilometer nordöstlich des Hafens im Meer entsorgt. Die Auswirkungen auf das Riff wären verheerend. Die Entsorgung führt zu einer erhöhten Schwermetall- und Stickstoffkonzentration, die das biologische Gleichgewicht gefährdet. Zudem entstehen Sedimentwolken, die das Meerwasser trüben und den für die Korallen wichtigen Sonnenlichteinfall beeinflussen. Dass es auch Positivbeispiele gibt verdeutlicht Umweltminister Greg Hunt mit der verbesserten Wasserqualität. Diese sei auf den verminderten Einsatz von Düngemittel auf den Zuckerrohrplantagen entlang der Küste zurückzuführen, wodurch auch weniger Pestizide ins Meer gelangen. Die Pestizide hatten in den letzten Jahren zu einer explosionsartigen Vermehrung der Dornenkronenseesterne beigetragen, die sich von Korallen ernähren und das Riff zerstören.

    Korallensterben, trübes Wasser und das Verschwinden der Fische haben auch Folgen für die touristische Entwicklung. Der Tourismus ist neben der Minenindustrie der wichtigste Arbeitgeber entlang der Küste. Daher geht es den Widerständlern nicht darum, den Ausbau der Häfen zu verhindern, sondern Alternativen zu finden, die für Mensch und Natur eine Lösung darstellen. Die UNESCO hat die australische Regierung aufgefordert bis zum 1. Februar 2015 einen Bericht zu den geplanten Schutzmaßnahmen vorzulegen. Werden keine ausreichenden Maßnahmen getroffen, will die UNESCO das Great Barrier Reef 2015 auf die Liste der „Welterbestätten in Gefahr“ setzen.

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