• Nachhaltigkeitsbewusstsein bei den Urlaubern steigt

    Posted on August 25, 2014 by in Alle Artikel, Nachrichten

     

    Der Tourismus ist wie kaum eine andere Branche auf eine intakte Umwelt und Naturlandschaft angewiesen. Sie stellen eines der Hauptreisemotive dar, um eine bestimmte Region zu bereisen. Gleichzeitig ist die Natur ein sensibler Lebensraum, der durch verschiedene Einflüsse bedroht wird. Um die Umweltzerstörung zu vermeiden und ihr entgegen zu wirken, sollte eine bewusste Verhaltensänderung angestrebt werden, d.h. die Reisetätigkeit sollte reduziert werden oder die Reiseentscheidung zu Gunsten nachhaltigerer Reiseprodukte, die ökologisch und sozialverträglich sind, ausfallen.

    Die aktuelle Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) zeigt, dass das Thema Nachhaltigkeit im Bewusstsein der Urlauber angekommen ist. So gaben 61% der Befragten an, dass sie ihre Urlaubsreise nachhaltig gestalten wollen. Auf die Frage „Wer sollte Ihrer Meinung nach die Verantwortung übernehmen, damit ökologische Belastungen soweit wie möglich vermieden werden?“ sehen 65% der Befragten sich selbst, 57% die Tourismusindustrie und 41% den Staat in der Pflicht.

    In der Praxis zeigt sich jedoch, dass Wunsch und Handeln auseinandergehen, da nur bei 2% der Haupturlaubsreisen Nachhaltigkeit tatsächlich das zentrale Entscheidungskriterium für die Reise war. Zum Vergleich: Bei einer ähnlichen Umfrage von NaturEnergiePlus im April 2013 gaben lediglich 6% der 1001 Befragten an, bereits einmal eine nachhaltige Reise gebucht zu haben (siehe dazu Artikel Ernüchterung bei Umfrage zu nachhaltigen Reisen vom 31. Mai 2013).

    Da das Bewusstsein für nachhaltige Reisen und auch die Selbstverantwortung bei den Touristen laut Reiseanalyse vorhanden ist, spielen offensichtlich andere Faktoren bei der Wahl einer Reise eine größere Rolle. Daher gilt es, den Anteil derjenigen, die sich für eine nachhaltige Reise entscheiden, künftig zu erhöhen. Hierbei muss der Aufwand (bspw. Zeit, Geld, Anstrengungen) in einem positiven Verhältnis zu einem attraktiven Nutzen (bspw. Beitrag zum Erhalt der Natur, gutes Gewissen, Imagegewinn im sozialen Umfeld) für den Urlauber stehen, sodass dieser sich für eine nachhaltige Reise entscheidet. Es gilt die Hürden, die möglicherweise bei der Buchung einer nachhaltigen Reise ausschlaggebend sind, zu identifizieren, attraktive Angebote zu finden und damit den Nutzen für den Urlauber zu erhöhen. Dieser Ansatz wird durch die Ergebnisse der RA 2014 gestützt. Demnach gaben 55% der Befragten an, sie würden ihren Urlaub nachhaltig gestalten, wenn keine zusätzlichen Kosten anfallen, während 49% die Erfüllung ihrer Urlaubswünsche als Grund nannten. 43% wünschen sich mehr Informationen über einen nachhaltigen Urlaub und 32% ein größeres Angebot.

    Hier müssen die Reiseanbieter ansetzen und nachhaltige Angebote mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis schaffen. Diese sollen ohne Einschränkungen die Urlaubsbedürfnisse der Gäste befriedigen und können entsprechend in der Kommunikation verwendet werden. So lässt sich der Anteil derjenigen erhöhen, die tatsächlich eine nachhaltige Urlaubsreise buchen und damit nicht nur einen Mehrwert für die Anbieter und die Umwelt schaffen, sondern auch für sich.

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