• Walhai-Watching vor der Küste Mexikos beunruhigt Umwelt- Tierschützer

    Posted on Juni 22, 2015 by in Alle Artikel, Entwicklungen und Trends, Nachrichten

     

    Das Seegebiet zwischen dem Golf von Mexiko und der Karibik gehört durch die enormen Planktonmengen aus dem kälteren Atlantik zu den reichsten Fressplätzen der Welt. Aus diesem Grund ist der Bereich vor den mexikanischen Inseln Holbox, Contoy und Mujeres vor allem bei Tauchern und Schnorchlern beliebt, um die zahlreichen Meerestiere wie Marline, Delfine, Haie, Mantarochen und Walhaie zu beobachten. Vor allem in den Sommermonaten tummeln sich hier hunderte von hungrigen Walhaien vor der Küste, um das Plankton aufzunehmen. Dieses Schauspiel lockt wiederum immer mehr Touristen an. Doch beim bloßen Walhai-Watching bleibt es nicht mehr. Seit 2002 ist die Anzahl der täglichen Gäste von 40 auf bis zu 2.300 gestiegen, was zu Beunruhigungen seitens der Umwelt- und Tierschützer führt, denn bei der Masse an Tauchern und Schnorchlern sind Berührungen nicht ausgeschlossen. Werden die gutmütigen Walhaie jedoch berührt oder von den Booten angestoßen, tauchen sie ab. Dadurch kann die Nahrungsaufnahme der Tiere unterbrochen werden, eine unzureichende Ernährung wiederum führt zu einem verminderten Wachstum und einer reduzierten Vermehrung. Die Auswirkungen auf die gesamte Meeresfauna sind noch nicht abzuschätzen.

    Doch die Touristen sorgen auch für Arbeitsplätze und Einnahmen. Seit den Anfängen des Walhai-Tourismus sind nach Angaben des mexikanischen Umweltministeriums 750 direkte Arbeitsplätze entstanden. Wenn besonders viel los ist, bringt das Walhai-Watching Einnahmen von bis zu 400.000 US-Dollar.

    Die mexikanischen Behörden stehen nun vor der Aufgabe, das Dilemma zwischen Tourismus, Wirtschaft und Umweltschutz zu lösen. Es gibt Überlegungen, weniger Lizenzen zu vergeben und die Anzahl der Boote und Schwimmer zu begrenzen. Außerdem sollen strikte Verhaltensregeln auf dem offenen Meer umgesetzt werden.

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