• Widerstand auf der Osterinsel

    Posted on September 29, 2015 by in Alle Artikel, Entwicklungen und Trends, Nachrichten

     

    Die Osterinsel Rapa Nui liegt im Südostpazifik undist Heimat für etwa 5.800 Menschen, 3.000 Chilenen und ca.2.800 Einheimische, Rapa Nui genannt. Politisch gehört die Insel zu Chile, geographisch zu Polynesien. Besonders bekannt ist Rapa Nui für ihre 887 monumentalen Moai-Statuen, die seit 1995 zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Tourismus ist die Haupteinnahmequelle, jährlich besuchen etwa 80.000 Urlauber und Urlauberinnen die Insel, Tendenz steigend. Die steigenden Tourismuszahlen bleiben jedoch nicht ohne negative Folgen für Umwelt, Infrastruktur und die indigene Bevölkerung: Es profitieren hauptsächlich die eingewanderten Chilenen vom Tourismus, die Einheimischen, die keine touristischen Dienstleistungen anbieten, sind nicht an den Tourismuseinnahmen beteiligt. Ferner erhöhen sich durch die zahlreichen Migranten aus Chile, die auf der Insel vom Tourismus profitieren wollen, die logistischen Probleme: Überfüllte Verkehrsmittel und steigende Preise sind die Folgen. Schließlich ist Rapa Nui ein steuerfreier Ort, das heißt Investoren können sich somit ohne Gegenleistung vom kulturellen Erbe und den Ressourcen der Insel für ihren Zweck bedienen.

    Ein großer Teil der Insel steht unter dem Schutz des Rapa Nui Nationalparks. Dieser Nationalpark wird von der chilenischen Nationalparkbehörde CONAF verwaltet, die Indigenen haben kaum Mitspracherecht was den Umgang mit ihrer Kultur betrifft. Dies hat in der Vergangenheit wiederholt zu Spannungen zwischen der chilenischen Regierung und der einheimischen Bevölkerung geführt. Im März dieses Jahres besetzten die Mitglieder der Organisation Parlamento Rapa Nui den Nationalpark, um auf den rücksichtslosen Umgang mit dem kulturellen Erbe und die weiteren Probleme der steigenden Tourismuszahlen aufmerksam zu machen. Daraufhin
    hat die chilenische Regierung Mitte April die Nationalparkverwaltung auf die autonome Einheit Rapa Nui übertragen, welches als historische Übereinkunft gefeiert wird. Dieser Schritt hat zur Beruhigung der Spannungen zwischen dem chilenischen Staat und der Bevölkerung von Rapa Nui beigetragen.
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