• Für den Klimaschutz: Umweltbundesamt fordert Steuern auf Flüge

    Posted on Juli 29, 2016 by in Alle Artikel, Entwicklungen und Trends, Nachrichten

     

    Mit der Urlaubszeit machen Umweltschützer und das Umweltbundesamt auf den Klimaschutz aufmerksam: Je ferner das Urlaubsziel ist, desto höher sind die Klima- und Umweltschäden. Ca. 75 Prozent der weltweiten Emissionen, die dem Tourismus zugerechnet werden, sind vom Verkehr verursacht, wovon 40% auf dem Flugverkehr abfallen. Im Vergleich: Pro Personenkilometer werden beim Flugzeug 211g klimaschädliches Kohlendioxid ausgestoßen, beim PKW sind es 142 Gramm und bei der Bahn im Fernverkehr nur 41 Gramm.

    Ginge es um das Umweltbundesamt, sollten die Befreiung des Kerosins von der Energiesteuer, die Befreiung internationaler Flüge von der Mehrwertsteuer und Betriebsbeihilfen für Flughäfen abgeschafft werden. Nur damit sieht die Bundesbehörde eine Lösung bei der Eindämmung des Wachstums im Flugverkehr.

    Urlaubern rät der Umweltverband BUND von mehrfachen Reisen im Jahr ab. Und wenn gereist wird, sollte eine längere Aufenthaltsdauer gewählt werden sowie die zusätzliche Buchung einer Klimakompensation. Dabei finanzieren Passagiere Klimaschutzprojekte, die das beim Flug/PKW ausgestoßene CO2 wieder einsparen.

    Von der Forderung eines freiwilligen Verzichts auf Flugreisen hält die Luftverkehrswirtschaft nichts. Der Anteil des weltweiten Luftverkehrs an den Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid ist kontinuierlich am Sinken. Laut des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) haben die deutschen Fluggesellschaften seit 1990 ihren Treibstoffverbrauch um 42% verringert.

    Ebenso lehnt der Verband die Forderungen nach einer Kerosinsteuer ab, denn dieser nationalstaatliche Alleingang würde zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil für deutsche Luftverkehrsunternehmen führen. Stattdessen wird ein finanzieller Spielraum benötigt, um in neue Flugzeuge und damit in neue (Umwelt-) Techniken zu investieren.

    Im Herbst wird auf der Hauptversammlung der Uno-Luftfahrtorganisation ICAO über ein weltweites markbasiertes Klimaabkommen abgestimmt, das als Instrument zur Senkung der CO2-Emiossionen dienen könnte. Fluggesellschaften könnten dabei in Klimaschutzprojekten eingesparte CO2-Emissionen “kaufen” und so eigene Emissionen ausgleichen.

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