• Galapagosinseln: Bedrohte Inselwelt

    Posted on Oktober 31, 2016 by in Alle Artikel, Entwicklungen und Trends, Gedanken, Nachrichten

     

    Die Galapagosinseln bieten Lebensraum von einer Vielzahl endemischer Tier- und Pflanzenarten wie die Darwin-Finken oder die Galapagos-Schildkröte und sind daher ein beliebtes Reiseziel von Touristen aus aller Welt. Der Tourismus gehört zur größten Einnahmequelle der Inselwelt.

    Doch die bisher unberührte Natur der Galapagos-Inseln ist bedroht, wie sehr haben nun Forscher des Galapagos Science Center auf San Cristóbal, der östlichsten der Galapagosinseln, herausgefunden.

    Erste Auswirkungen des Tourismus sind bereits sichtbar: Verschmutze Strände, von Beobachtern gestörte Tiere und vor allem eine gestörte Isolation. Die Entwicklung der verschiedenen, endemischen Arten war nur aufgrund der geographischen Isolation des Archipels möglich. Mit den Besuchern kommen auch fremde Arten auf die Insel, die sich rasch ausbreiten und die dort ansässigen Tiere und Pflanzen gefährden können.

    Ecuadorianische Wissenschaftler sind nun der Frage nachgegangen, ab wann der Tourismus auf den Inseln zu dauerhaften Schäden bei Natur und Umwelt führt.

    Sie entwickelten zwei Szenarien und berücksichtigten dabei die künftigen Besucher- und Einwohnerzahlen. Hieraus ergaben sich beispielsweise Daten zur Einschleppung fremder Arten vom Festland, dem Verbrauch in Ressourcen auf den Inseln sowie dem Grad der Umweltverschmutzung.

    So haben sich die Touristenzahlen seit 1986, als es die ersten Flüge auf die Galapagos-Inseln gab, auf mehr als 225.000 pro Jahr enorm erhöht. Insgesamt haben seit der Jahrtausendwende fast 2 Millionen Menschen die Inseln besucht. Auch die Zahl der Einwohner hat sich signifikant erhöht. 1972 lebten knapp 3.500 Menschen auf den Galapagos-Inseln, heute sind es etwa 30.000.

    Die zentrale These der Wissenschaftler lautet, dass, wenn sich die Gästezahl auf den Inseln genauso weiterentwickelt wie in den vergangenen zwanzig Jahren, kann nicht mehr sichergestellt werden, dass die Besucher der Inseln weiterhin hochwertigen Naturtourismus erleben kann. Weitere Folgen sind eine größere soziale Ungerechtigkeiten und gesellschaftliche Fehlentwicklungen.

    Auf der anderen Seite prognostizieren die Forscher, dass immer mehr Fischer in die Tourismusbranche wechseln und so das Maß an Überfischung vermindert werden kann.

     

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