• Klimaschutz spielt im Urlaubsverhalten der Deutschen nur eine geringe Rolle

    Posted on Januar 28, 2016 by in Alle Artikel, Entwicklungen und Trends, Studien

     

    50 Prozent der deutschen Urlauber sind nicht bereit, in Zukunft weniger zu verreisen oder auf Flugreisen zu verzichten. Diese aktuellen Auswertungen aus der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft für Urlaub und Reisen (FUR) für den WWF zeigen, dass der Klimaschutz im Urlaubs- und Reiseverhalten der Deutschen nur eine geringe Rolle spielt.

    Im Jahr 2005 wurden bereits Daten zum Thema Klimaschutz und Urlaub von FUR erhoben. Seither hat die Bereitschaft, aus Gründen des Klimaschutzes auf Reisen zu verzichten oder anders zu verreisen, nicht zugenommen.

    Allerdings sind auch positive Entwicklungen zu berichten: So wählen 36 Prozent der Befragten aus Gründen des Klimaschutzes ein Urlaubsziel in der Nähe, vor knapp zehn Jahren waren es nur 22 Prozent. Auch der Wille, künftig in der Nähe Urlaub zu verbringen ist um 9 Prozent auf 27 Prozent gestiegen. Die Forschungsgemeinschaft sieht langfristig ein gewisses Wachstum bei Inlandsreisen und nahen Urlaubszielen. Dieser Trend kann sich positiv auf die CO2-Bilanz auswirken.

    Auch die Bereitschaft von 39 Prozent der Befragten, künftig bei einem klimafreundlichen Anbieter zu buchen, ist ein weiteres aussichtsreiches Ergebnis. Laut der Forschungsgemeinschaft wird es nun von der Anbieterseite abhängen, ob sich der Trend zu nahen Reisezielen am Markt etabliert. Der WWF fordert die Anbieter, Reiseveranstalter wie Airlines und Kreuzfahrtgesellschaften auf, ihre Produkte klimafreundlicher zu gestalten. Dazu gehören einerseits, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, aber auch die Kompensationskosten für die entstandenen Emissionen in den Reisepreis einzurechnen.

    Die Ergebnisse der Reiseanalyse zeigen auch, dass CO2-Sparen eher als Alltagsaufgabe ausgeübt wird: 59 Prozent der Befragten sparen Strom, 49 Prozent kaufen ihre Waren bei einem Anbieter in der Nähe ein und  35 Prozent fahren im Alltag weniger Auto. Lediglich 16 Prozent unternehmen keine Flugreisen und nur 7 Prozent kompensieren ihre Reisen.

    Betrachtet man die künftige Entwicklung und die Pläne der Befragten zeigt sich, dass ein Verzicht auf Urlaubs- oder Flugreisen keine Option ist, um das Klima zu schützen. 57 Prozent der Befragten möchten auch in Zukunft nicht auf weniger Urlaubsreisen, 52 Prozent nicht auf Flugreisen verzichten. Die Hälfte der Befragten möchte auch weiterhin ihre bei der Urlaubsreise entstandenen Emissionen nicht kompensieren. Die wenigsten Zustimmungen beim Klimaschutz bekamen erneut die alltäglichen Aufgaben wie Strom sparen (12 Prozent) oder Waren in der Nähe zu kaufen (17 Prozent).

    Weitere Information und die Ergebnisse der FUR Studie finden Sie hier.