• Steigende Umweltkriminalität für den Bau von Tourismusanlagen in Thailand

    Posted on September 28, 2016 by in Alle Artikel, Entwicklungen und Trends, Nachrichten

     

    Die illegale Abholzung geschützter Wälder, der Handel mit Elfenbein oder Sondermüll oder der Betrug mit Emissionsrechten: Umweltkriminalität ist vielfältig, weltweit verbreitet und inzwischen zu einem Milliardengeschäft gewachsen – Tendenz steigend.

    Auch in Thailand versuchen die Behörden, erfolgreich gegen die Unternehmen zu agieren, die sich Land von Naturschutzgebieten aneignen, um Resorts, Hotels, Golfplätze und andere touristische Anlagen zu bauen. Auf der thailändischen Insel Ko Samet wurden in diesem Frühjahr Betreiber von insgesamt 15 Resorts und Anlegestellen unter Anklage gestellt. Sie sollen für den Bau ihrer Anlagen illegal Wald des über 5 Hektar großen Naturschutzgebietes Khao Laem Ya-Mu Ko Samet gerodet haben. Auch in der Provinz Phuket sollte ein 320 Hektar großer Mangrovenwald für den Bau eines Golfplatzes und einer Garnelenzucht weichen.

    Der Kampf gegen die Umweltverbrecher ist für die behördlichen Park- und Marineschützer gefährlich, da nicht nur Unternehmer sondern auch Politiker beteiligt sind. So wurde der Parkleiter des Thap Lan Parks von einem bezahlten Killerkommando bedroht, da er sich gegen 434 illegale Landnahmen gestellt hat. In über 70% der Fälle handelte es sich um Landnahmen für den Bau von Tourismusresorts und Hotelunterkünfte.

    Hinzu kommt, dass der Kampf aussichtlos scheint. Die Regularien sind zu schwach und die Sicherheitskräfte zu schlecht ausgerüstet und unterbezahlt, um effektiv gegen die international vernetzten und bewaffneten Banden vorgehen zu können. Die Mittel, die für den Kampf gegen die Umweltkriminalität zur Verfügung stehen, betragen nur ein Zehntel des Wertes, der mit Umweltkriminalität verloren geht.

    Achim Steiner, Direktor der UNEP, sorgt sich um die Zunahme der weltweiten Umweltverbrechen, da „die großen Geldsummen, die über diese Verbrechen generiert werden, die Destabilisierung ganzer Regionen anheizen und kriminelle Banden finanzieren“.

    Ein multisektorielles Vorgehen und eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit werden von INTERPOL angestrebt. Gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten soll gegen die weltweit vernetzten kriminellen Banden vorgegangen werden.

    Weitere Informationen finden Sie hier.