Tunesien Projekt

Frauenförderung im tunesischen Tourismus

Die politischen Veränderungen des arabischen Frühlings in Tunesien und Ägypten haben auch gesellschaftliche Auswirkungen auf die Bevölkerung vor Ort. Da beide Länder wichtige touristische Urlaubsgebiete sind, hat TUI Deutschland 2011 auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin bekannt gegeben, einen wirtschaftlichen und inhaltlichen Beitrag zur gemeinsamen Gestaltung der wirtschaftlichen Zukunft Tunesiens zu leisten.

Dieser Beitrag wurde mit Hilfe einer Studie Ende 2011 identifiziert und zielt auf die Förderung der Frauen im tunesischen Tourismus ab. Grund für diese Orientierung ist die verhältnismäßig geringe Repräsentanz von Frauen im Tourismussektor. Insbesondere sind Frauen im mittleren und gehobenen Management völlig unterrepräsentiert. Dabei zeigt sich anhand vieler internationaler Beispiele, wie wichtig und wertvoll ein hoher Frauenanteil in dieser Dienstleistungsindustrie sein kann.

Für das auf fünf Jahre ausgelegte und mit einem Gesamtvolumen von einer Millionen Euro ausgestattete Projekt konnte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) über die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (giz) gewonnen werden. Die beiden Partner, TUI Deutschland und das BMZ, tragen die Finanzierung zu gleichen Teilen. Das Projekt wurde auf der ITB 2012 von Minister Niebel und dem Geschäftsführer der TUI Deutschland, Dr. Böttcher, freigegeben.

Das Institut für nachhaltigen Tourismus hat für die TUI Deutschland, den Rahmenvertrag gestaltet, die Studie unterstützt und die Initiierungsworkshops in Tunis und Hammamet begleitet. Über das Institut läuft auch die gesamte Projektabwicklung mit der giz, insbesondere in Zusammenarbeit mit der Programmleiterin, Nele Wasmuth. Im Juli 2012 war Prof. Dr. Harald Zeiss vor Ort, um die Fortschritte zu begutachten und in Gesprächen mit dem Tourismusminister und der Staatssekretärin des BMZ, Gudrun Kopp weitere Projektschritte zu erörtern.

Projektinhalte:

In Tunesien ist die Rolle der Frau weitgehend traditionell ausgerichtet. Dies erschwert vielen Frauen den Eintritt in das Arbeitsleben, insbesondere in den Tourismus, da diese Industrie einen regelmäßigen Kontakt zu westlich geprägten Gästen vorsieht. Ziel ist, Vorurteile abzubauen, die sowohl in der Gesellschaft als auch in der Tourismusindustrie in Bezug auf die Beschäftigung von Frauen herrschen.

Im Rahmen einer vorangegangenen Machbarkeitsstudie wurden drei Ansätze identifiziert. Diese sind die Weiterbildung für Hotelmanager und -managerinnen, die Verbesserung der Ausbildungsqualität in den Hotelfachschulen und die Förderung des tunesischen Kunsthandwerks.

Für die Weiterbildung von Hotelmanagern und -managerinnen werden in Kooperation mit dem tunesischen Hotelverband Schulungen durchgeführt. Ziel ist die Sensibilisierung der Teilnehmer zum Thema „Unternehmenskultur und Chancengleichheit“.

Ein weiterer Ansatz betrifft das weitgehend veraltete Ausbildungssystem. Die Ausbildungsinhalte sollen an ausgewählten Fachschulen neu definiert werden. Zudem soll der Zugang für Frauen durch Bildungskredite und Stipendien erleichtert werden. Ziel ist die nachhaltige Steigerung der Ausbildungsqualität im Hotelfach, insbesondere von Frauen.

Schließlich sollen auch Frauen außerhalb der Tourismuszonen von einer Förderung profitieren. Viele Frauen sind in Tunesien im Kunsthandwerk tätig. Jedoch werden zunehmend Produkte aus Asien importiert, die billiger produziert werden können und den Geschmack der Kunden besser treffen. Aus diesem Grund sollen ausgewählte Betriebe gefördert werden, in dem Produktionsprozess, Vertriebskanäle und auch das Design auf die lokalen Strukturen und die Bedürfnisse der Tourisen angepasst werden. Damit wird das Einkommen der Frauen in den Dörfern nachhaltig verbessert. Ein positiver Nebeneffekt ist dabei auch die Steigerung der Angebotsvielfalt und Qualität an Souvenirs für Touristen.

Weitere Informationen finden Sie unter

Link zur Pressemeldung der TUI Deutschland