Autor-Archiv Harald Zeiss

1.301 Leerflüge für Regierungsmitglieder

Die Flugbereitschaft der Bundeswehr sorgt seit Jahren immer wieder für Schlagzeilen – sei es durch technische Pannen oder die hohen Kosten für Wartung und Instandhaltung. Doch ein Aspekt wird dabei oft übersehen: die enormen Klimaemissionen, die durch die vielen Leerflüge verursacht werden.

Wie der SPIEGEL unter Berufung auf eine Anfrage von Bundestagsabgeordneten berichtet, mussten für 1518 Flüge von Regierungsmitgliedern seit Dezember 2021 zusätzlich 1301 Leerflüge durchgeführt werden. Der Grund: Die Flugbereitschaft hat ihren Standort nach wie vor in Köln-Wahn, während die meisten Flüge von Berlin aus starten. Das heißt, die Maschinen müssen erst ohne Passagiere von Köln zum eigentlichen Abflugort gebracht werden.

Dieses Problem besteht nicht erst seit dem Amtsantritt der Ampelkoalition, sondern geht bis auf die Wiedervereinigung und den Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin zurück. Seitdem hat sich an der Stationierung der Flugbereitschaft in Köln nichts geändert – mit fatalen Folgen für das Klima. Man mag sich gar nicht ausmalen, wie viele Tonnen CO2 in den letzten Jahrzehnten allein durch diese Leerflüge in die Atmosphäre geblasen wurden.

Hier ist die Politik gefordert, endlich zu handeln und nach einer klimafreundlicheren Lösung zu suchen. Warum wird die Flugbereitschaft nicht nach Berlin verlegt, um die Leerflüge zu reduzieren? Oder noch besser: Warum setzt man nicht verstärkt auf reguläre Linienflüge und verzichtet, wo immer möglich, auf die Flugbereitschaft?

Natürlich ist es wichtig, dass unsere Regierungsmitglieder sicher und zuverlässig zu ihren Terminen gelangen. Aber muss das immer um jeden Preis sein – selbst wenn dabei das Klima mit Füßen getreten wird? Hier muss dringend ein Umdenken stattfinden. Klimaschutz geht uns alle an, und da darf sich auch die Politik nicht ausnehmen. Es ist höchste Zeit, dass die Verantwortlichen ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und bei der Flugbereitschaft nachhaltigere Wege einschlagen.

Quellen: DER SPIEGEL: „Flugbereitschaft der Bundeswehr: Ampelregierung verursacht über tausend Leerflüge“, 03.05.2024

Interview mit Nachhaltigkeitsexperte Harald Zeiss

Quelle: Donau Zeitung Nr. 54 vom 5. März 2024 / Interviewer: Lilo Solcher

Haben Sie Ihren Urlaub schon geplant? Wohin wird dieses Jahr gereist, was wollen Sie am Urlaubsort machen?
Harald Zeiss: Mein Sommerurlaub wird dieses Jahr eine Alpenüberquerung von Garmisch nach Ster- zing mit meiner jüngeren Tochter sein. Mit der älteren Tochter habe ich das im letzten Sommer zu Fuß gemacht und es war einfach großartig.

Gibt es einen unerfüllten Reisetraum? Warum wollen Sie dorthin und was möchten Sie an Ihrem Traumort tun?
Zeiss: Ich möchte eines Tages Japan besuchen. Mich faszinieren die jahrhundertealte Kultur und die Ge- sellschaft. Mein Bild von Japan ist geprägt von Begriffen wie Ästhetik, Harmonie, Innovation, Höflichkeit und viel Qualität in allen Bereichen. Bücher und Dokumentationen haben das vermittelt und ich möchte herausfinden, ob es tatsächlich so ist. Für den Besuch möchte ich mir viel Zeit nehmen, was ich bislang nicht hatte. Die lange Anreise mit dem Flugzeug ist ebenfalls eine Hürde.

Was für ein Reisetyp sind Sie privat?

Zeiss: Unkompliziert und flexibel. Ich wurde in mei- ner Jugend sehr von Interrail geprägt, habe am Strand geschlafen und mich mit kleinstem Budget versorgt. Später bin ich durch Europa getrampt und mit dem Rucksack für ein Jahr durch Südamerika gezogen. Mein Lieblingsziel ist Frankreich. Dort mit einem kleinen Van unterwegs zu sein ist fantastisch.

Was packen Sie auf jede Reise ein – außer dem Handy?
Zeiss: Den Reisepass. Den Rest kann man sich zur Not kaufen oder ausleihen. Reisen ist unglaublich einfach geworden, sodass ich nicht viel brauche. Ach ja, frische Unterwäsche wäre nicht schlecht.

Hat sich Ihr Urlaubsverhalten im Vergleich zu frü- her verändert?
Zeiss: In Maßen. Ich habe heute mehr Geld und bin weniger leidensfähig geworden. Ich übernachte nicht mehr in Schlafsälen, nehme keine 36-Stunden-Busfahrten auf mich und schaue mir die Alhambra trotz des hohen Eintrittspreises auch von innen an. Ein deutlicher Zuwachs an Qualität und Vergnügen, auch wenn ich froh bin, alle meine frü- heren Reisen erlebt zu haben.

Welchen besonders prägenden Moment gab es für Sie auf Reisen?
Zeiss: Was mich immer wieder dankbar überrascht hat, war die Gastfreundschaft der Menschen in den bereisten Ländern. Selbst die kargste Mahlzeit wird geteilt. Und was mir demütig in Erinnerung bleibt, sind unzählige unglaublich beeindruckende Land- schaften, Tierwelten und Lebensräume. Unsere Aufgabe ist es nun, diese weiter zu erhalten und nicht noch mehr zu zerstören, damit auch unsere Enkel das alles erleben können und dürfen.

Harald Zeiss Experte für nachhaltigen Tourismus. Er arbeitete viele Jahre in dieser Funktion für Tui. Mittlerweile lehrt er als Professor für Tourismusmanagement an der Hochschule Harz. 

Nachhaltiges Reisen im Unternehmen fördern – Maßnahmen und Strategien

Das Thema nachhaltiges Reisen gewinnt in Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Ludger Bals, ein auf Nachhaltigkeit spezialisierter Travel-Management-Berater, wurde von der fvw befragt. Er betont im Artikel (Link hinter Paywall) die Rolle von Travel Managern in diesem Prozess. Der VDR bietet seinen Mitgliedern hierzu Schulungen an. Im Folgenden sind einige zentrale Maßnahmen und Strategien, um nachhaltiges Reisen in Unternehmen zu fördern, die Ludger Bals als wirkungsvoll erachtet:

  1. Kommunikation: Ständige Wiederholung und aktive Kommunikation sind entscheidend, um Kolleginnen und Kollegen für ökologisch verantwortbares Reisen zu sensibilisieren. Dies beinhaltet regelmäßige Vorträge, die Nutzung unternehmenseigener Medien für Best-Practice-Beiträge und die Ernennung von Umweltbotschaftern im Management.
  2. CO2-Fußabdruck und Reduktionsstrategien: Schulungen zum Thema CO2-Fußabdruck und dessen Reduktion auf Geschäftsreisen sind essentiell. Online-basierte Schulungen sollten jederzeit abrufbar sein, um eine breite Sensibilisierung zu ermöglichen.
  3. Anpassung der Reiserichtlinien: Unternehmen sollten ihre Reiserichtlinien überdenken, um ökologischere Alternativen zu fördern. Dazu gehören Vorschriften für die Nutzung der Bahn auf bestimmten Strecken und die Bevorzugung von emissionsärmeren Transportmitteln.
  4. Ganzheitliches Mobilitätsleitbild: Auf sanfte Art und Weise sollten Mitarbeiter in Richtung eines ganzheitlichen Mobilitätsleitbildes bewegt werden. Dies kann durch die Förderung der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, Pool-Fahrzeuge und Jobräder erreicht werden.
  5. Erklärvideos und Informationsmaterialien: Kurze, einprägsame Geschichten in Form von Videos oder Informationsmaterialien können komplexe Themen einfach und verständlich vermitteln.
  6. Green Community: Die Schaffung einer firmenweiten Green Community, die Mitarbeiter in ökologischer Hinsicht sensibilisiert, kann effektiv sein. Eine Untergruppe könnte sich speziell mit Fragen der ganzheitlichen Mobilität befassen.
  7. Ökologische Hinweise im Unternehmensalltag: Kreative Methoden wie Hinweise auf Bildschirmschonern, ökologische Mitteilungen in Tagungspausen oder sogar beschriftete Serviertabletts in Kantinen können das Bewusstsein für Umweltthemen stärken.
  8. Online-Schulungen mit verpflichtenden Elementen: Schulungen, die sowohl Viel- als auch Wenigreisenden erklären, wie sie nachhaltig handeln und ihren CO2-Fußabdruck reduzieren können, sind wichtig. Diese könnten mit verpflichtenden Elementen versehen werden, die anschließend per Digitalquiz abgefragt werden.
  9. Einrichtung einer Öko-Taskforce: Eine Hotline oder E-Mail-Adresse für alle Fragen zur Nachhaltigkeit kann effektiv sein, wobei eine schnelle Antwort garantiert sein muss.
  10. Kommunikation von Erfolgen: Die Veröffentlichung von erreichten Zielen, wie eingesparten Kohlendioxid-Mengen, motiviert andere zum Nachmachen und hebt das positive Image des Unternehmens hervor.
  11. Selbstverpflichtungen des Unternehmens: Travel Manager können sich für Selbstverpflichtungen des Unternehmens einsetzen, wie beispielsweise die Beschränkung auf Bahn- und Busreisen für bestimmte Streckenlängen.

Diese Maßnahmen zeigen, dass neben strengeren Richtlinien auch intensive Kommunikation und kreative Ansätze dazu beitragen können, das Bewusstsein für ökologisches Reisen in Unternehmen zu stärken und nachhaltige Praktiken zu fördern. Ludger Bals schwört sogar auf eine starke Wiederholung der Inhalte, damit sich die Nachhaltigkeitsthemen auch wirklich verfangen.

Zukunft des Reisens 2024: Luxus und Nachhaltigkeit im Fokus

In einem kürzlich erschienenen Artikel der Sächsischen Zeitung wird Prof. Harald Zeiss zu den aktuellen Reisetrends für das Jahr 2024 interviewt. Trotz der Herausforderungen durch Inflation erlebt der Luxusurlaub einen Boom, während nachhaltiges Reisen trotz guter Vorsätze noch hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Tartu in Estland, Bad Ischl in Österreich und Bodø in Norwegen sind als Europäische Kulturhauptstädte 2024 besonders hervorgehoben. Prof. Zeiss betont die Bedeutung von Bildungsreisen. Eine Untersuchung von booking.com zeigt, dass 66 Prozent der Reisenden lokale Kulturen und Traditionen erleben wollen.

Prof. Zeiss unterstreicht die Vielfalt der neuen Trendziele, darunter Rotterdam und eine 3.000 Kilometer lange Wanderroute von Armenien nach Georgien. Auch Badeseen in Kärnten sind beliebt, da sie Erholung und regionale Nachhaltigkeit bieten.

Interessant ist die Feststellung, dass die Reisetrends von verschiedenen Akteuren wie Influencern und großen Reiseveranstaltern beeinflusst werden, und sich je nach Region unterscheiden können. Prof. Zeiss weist darauf hin, dass Reisetrends schnell auf globale Ereignisse und Verbraucherwünsche reagieren können.

Ein paradoxes Phänomen ist das anhaltende Interesse an teuren Reisen trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten. Gleichzeitig zeigt sich, dass Nachhaltigkeit im Reisebuchungsprozess oft eine untergeordnete Rolle spielt. Prof. Zeiss erklärt dieses Verhalten mit der kognitiven Dissonanz und dem Attitude-Behavior Gap.

Die vollständige Einsicht in die Reisetrends 2024 und Prof. Zeiss‘ Expertenmeinung finden Sie im Originalartikel der Sächsischen Zeitung.

Erfolgreicher Workshop in der Lüneburger Heide

Unter der Leitung von Prof. Dr. Harald Zeiss und Simone Kohl vom Institut für nachhaltigen Tourismus, fand diese Veranstaltung im ökologisch vorbildlichen Hotel Traumzeithof in Dalle statt. Von der Lüneburger Heide GmbH (LHG) organisiert, war das Hauptziel des Workshops die Entwicklung konkreter Nachhaltigkeitsstrategien, die sowohl in die Unternehmenspraktiken der LHG integriert werden als auch wegweisende Ansätze für andere Akteure im Tourismussektor bieten. Dabei stand besonders die Verantwortung der Tourismusbranche für den Erhalt natürlicher Ressourcen im Mittelpunkt.

Prof. Dr. Harald Zeiss betonte in seiner Ansprache die Dringlichkeit des nachhaltigen Handelns für die Zukunft unserer Naturregionen. Er und Simone Kohl führten die Teilnehmer mit Impulsvorträgen und praktischen Übungen an das Thema heran, wobei der Fokus auf der Verantwortung lag, die Gastgeber und Touristiker gegenüber der Umwelt und den kommenden Generationen tragen.

In der inspirierenden Umgebung des Traumzeithofs, einem seit 15 Jahren bestehenden Partnerhotel der Lüneburger Heide GmbH und einem Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit, wurden verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit im Tourismus diskutiert. Das Hotel selbst diente als perfektes Beispiel für verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen und Nachhaltigkeit in der Praxis.

Die Ergebnisse dieses Workshops sind vielversprechend. Die LHG plant, die gewonnenen Erkenntnisse in den kommenden Monaten weiterzuentwickeln und umzusetzen, beispielsweise durch innovative Medieninhalte und spezielle Angebote für ihre Partner. Bereits etablierte Praktiken wie die Reduzierung des Papierverbrauchs, die Nutzung von Ökostrom und die Förderung digitaler Arbeitsweisen unterstreichen das Engagement der LHG für Nachhaltigkeit.

Dieses Event markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft im Tourismus und unterstreicht die wichtige Rolle, die Touristiker:innen in diesem Prozess spielen.

Workshop-Rückblick: Praxisorientierte Nachhaltigkeit im Tourismus


Am 2. November 2023 veranstaltete das Institut für nachhaltigen Tourismus GmbH im Auftrag von der Erlebniswelt Lüneburger Heide GmbH einen fachspezifischen Workshop zum Thema Nachhaltigkeit in Soltau. Ziel der Veranstaltung war es, ein praxisnahes Verständnis für nachhaltiges Handeln im Tourismussektor zu fördern.

Cornelia Reithmeier, Kreisrätin des Heidekreises, eröffnete den Tag mit der Betonung der Wichtigkeit von nachhaltigem Tourismus für die regionale Entwicklung: „Nachhaltigkeit im Tourismus ist ein Schlüsselfaktor für die Lebensqualität in unserer Region.“

Frau Hjördis Fischer, Geschäftsführerin der Erlebniswelt Lüneburger Heide GmbH, ergänzte: „Es geht darum, ein Bewusstsein zu schaffen, dass jeder Einzelne einen Unterschied machen kann. Nachhaltigkeit ist kein Zustand, sondern ein Prozess des stetigen Lernens und Verbesserns.“

In den Workshops standen praktische Ansätze im Vordergrund. Es wurden konkrete Strategien diskutiert, wie Tourismusbetriebe ihre ökologischen Fußabdrücke reduzieren und zur sozialen Gerechtigkeit beitragen können. Teilnehmer hatten die Gelegenheit, sich über effektive Maßnahmen zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung auszutauschen und wurden dazu ermutigt, Nachhaltigkeitskonzepte in ihr tägliches Geschäft zu integrieren.

Das Feedback der Teilnehmer zeigte, dass besonders der Erfahrungsaustausch und die Diskussionen als wertvoll empfunden wurden. Das Institut für nachhaltigen Tourismus GmbH dankt allen Beteiligten für ihr Engagement und freut sich auf die Weiterentwicklung der angestoßenen Initiativen.

EcoTrophea 2023: Ein Leuchtfeuer für Nachhaltigkeit im Tourismus

Im Rahmen des Hauptstadtkongresses des Deutschen Reiseverbandes (DRV) wurde dieses Jahr wieder die renommierte EcoTrophea verliehen – eine Auszeichnung, die seit 1987 Weitsicht und Verantwortung im Tourismus fördert. Als Vorsitzender des DRV-Ausschusses für Nachhaltigkeit und Juryvorsitzender der EcoTrophea hatte Prof. Harald Zeiss die Ehre, diesen wichtigen Preis zu überreichen.

Ein Fokus auf Wasser

Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs war Wasser – ein zunehmend kostbares Gut in Zeiten des Klimawandels. Die Notwendigkeit, innovative und nachhaltige Lösungen zu finden, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Genau dies hat das Sentido Galomar Ecohotel auf der portugiesischen Insel Madeira geschafft, und dafür haben sie die begehrte EcoTrophea 2023 erhalten.

Nachhaltigkeit in der Praxis

Das 2018 komplett neu erbaute Hotel setzt mit seinen 77 Zimmern neue Standards in Sachen Energie- und Wassereffizienz. Durch den Einsatz von Regen- und Meerwasser in Bereichen wie Poolbefüllung und Gartenbewässerung spart das Hotel jährlich hunderttausende Liter Trinkwasser ein. Auch in puncto Energieautarkie und effizienter Geräteausstattung setzt das Sentido Galomar Maßstäbe.

Eine Anerkennung von Experten

„Das Sentido Galomar leistet einen wirkungsvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit im Tourismus und kann zu Recht als Vorzeigeobjekt in Sachen Nachhaltigkeit bezeichnet werden“, so die Einschätzung von Prof. Zeiss während der Preisverleihung. „Gerade jetzt – in Zeiten der Klimakrise – kommt dem ressourcenschonenden Umgang mit Wasser und Energie eine noch größere Bedeutung zu als ohnehin schon. Das wird im Sentido Galomar mit großem Engagement umgesetzt – und findet hoffentlich viele Nachahmer.“

Ausblick

Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern eine echte Geschäftsprämisse, die von den Hotelgästen honoriert wird. Die EcoTrophea ist ein Zeichen dafür, dass es für solch vorbildliches Engagement eine Plattform und Anerkennung gibt. Es ist inspirierend zu sehen, wie das Sentido Galomar diese Prinzipien in der Praxis lebt und dafür breite Anerkennung findet.


Prof. Zeiss im heute journal mit Dunja Hayali

Klimawandel und Tourismus: Eine unsichere Zukunft für Urlaubsziele im Mittelmeerraum

Die verheerenden Bilder von brennenden Wäldern und Hitzewellen in den Mittelmeerregionen sind besorgniserregend und verändern zunehmend die Urlaubsgewohnheiten vieler Menschen. Professor Harald Zeiss, Experte für Nachhaltigkeit und Internationalen Tourismus, wirft einen Blick in die Zukunft und offenbart erschreckende Prognosen.

Die steigenden Temperaturen im gesamten Mittelmeerraum machen Katastrophen wie Großbrände und Evakuierungen immer wahrscheinlicher. Laut Zeiss sind die aktuellen Brände zwar Einzelfälle, jedoch zeichnet sich ein alarmierendes Bild ab: Die Temperaturen werden jedes Jahr höher, was vor allem für Kinder und ältere Menschen eine enorme Belastung darstellt. Die Frage ist, ob Urlauber bereit sind, diese extremen Bedingungen in Kauf zu nehmen, wenn sie über ihren nächsten Urlaubsort entscheiden.

Der Klimawandel macht auch vor den wirtschaftlichen Folgen nicht halt. Für die betroffenen Länder ist der Tourismus eine entscheidende Industrie, die durch die Auswirkungen des Klimawandels stark beeinträchtigt wird. Länder werden sich daher zunehmend mit Anpassungsmaßnahmen befassen müssen, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.

Obwohl es noch die Vor- und Nachsaison gibt, in der die Temperaturen milder sind, prognostiziert Zeiss eine Reduzierung der Tourismusströme in den Mittelmeerraum in den kommenden Jahren und Jahrzehnten. Die wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, denen sich Urlaubsziele in der Region gegenübersehen, werden die Zukunft des Tourismus in diesen Gebieten maßgeblich beeinflussen.

Die Bilder aus den Mittelmeerregionen sollten uns alle aufrütteln und dazu anregen, Maßnahmen zum Schutz unseres Planeten zu ergreifen. Als Reisende können wir unser Verhalten überdenken und umweltfreundlichere Optionen wählen, um einen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels zu leisten.

Das ganze Interview finden Sie hier.

Prof. Zeiss beim MDR zu Klima und Tourismus

So war es bisher: Mit steigenden Temperaturen während der Sommermonate wurde das Mittelmeer zu einem beliebten Reiseziel für Urlauber, die sich nach Sonne, Strand und Meer sehnen. Allerdings kann das extreme Hitzeklima auch negative Konsequenzen haben.

MDR aktuell: Tourismus und Klima mit Prof. Dr. Harald Zeiss

Denn die Realität ist, dass es aktuell über 40 Grad Celsius in vielen Mittelmeerländern gibt. Hitzeperioden können die Attraktivität von Aktivitäten im Freien, wie Sightseeing, Wandern oder Wassersport, beeinträchtigen und die Gesundheit der Reisenden gefährden. Zudem können Waldbrände durch die Trockenheit und Hitze an Intensität gewinnen und Urlaubsgebiete gefährden.

Anpassungen im Tourismussektor sind daher von großer Bedeutung, um den Herausforderungen der zunehmenden Temperaturen im Mittelmeerraum gerecht zu werden und den Tourismus nachhaltig zu fördern. Dazu gehören Investitionen in klimafreundliche Infrastrukturen, Sensibilisierungskampagnen für umweltbewusstes Verhalten und die Förderung von Aktivitäten, die den Gästen auch bei hohen Temperaturen ein angenehmes Reiseerlebnis ermöglichen.

Prof. Dr. Harald Zeiss spricht hierzu in der Sendung MDR aktuell (hier).

Tourismusgipfel: Wie kann nachhaltiges Reisen gelingen?

Der BTW Tourismusgipfel, der kürzlich in Berlin stattfand, bot Branchenvertretern und Politikern eine Plattform, um über die Zukunft des Tourismus zu diskutieren. Ein zentrales Thema war dabei die Frage, wie Urlaubsreisen umweltfreundlicher gestaltet werden können, ohne dabei unbezahlbar zu werden.

Ein Beispiel für nachhaltiges Reisen lieferte Andreas Kindlimann, Inhaber eines “ Grünen Reisebüros “ in Freiburg im Breisgau. Dort werden Ferien angeboten, die möglichst nachhaltig sind und wenig CO2-Emissionen verursachen. Nachhaltigkeit bedeutet für Kindlimann aber nicht nur Klimaschutz. Auch Aspekte wie Geschlechtergerechtigkeit am Urlaubsort, faire Löhne für Hotelangestellte und die Verwendung regionaler Lebensmittel spielen eine wichtige Rolle.

Bei der Auswahl der Reisen orientiert sich das „Grüne Reisebüro“ an den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen und zeigt damit, dass nachhaltiges Reisen nicht unbedingt teurer sein muss.

Nachhaltiges Reisen liegt im Trend, denn viele Menschen wollen heute nicht nur einen schönen Urlaub erleben, sondern dabei auch ein gutes Gewissen haben. Dieser Trend wurde auch auf dem Tourismusgipfel deutlich. Dennoch gibt es noch Herausforderungen, vor allem im Bereich der Mobilität. Hier vermissen die Branchenvertreter ein klares Konzept, das auch alternative Antriebe für den Flugverkehr einschließt. Um wirklich nachhaltig zu reisen, müsse auch die Anreise mit Bus und Bahn ermöglicht und die Infrastruktur entsprechend ausgebaut werden.

CO2-Kompensation wird oft als einfache Möglichkeit gesehen, Fliegen ohne schlechtes Gewissen zu ermöglichen. Laut einer Studie der University of Sydney sind Touristen jedoch für bis zu acht Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, wobei ein Großteil auf die hohe Mobilität zurückzuführen ist. Echte Nachhaltigkeit im Tourismus ist daher derzeit schwer zu erreichen.

Während der Corona-Pandemie hat sich der Trend zu Inlandsreisen verstärkt, da Fernreisen nicht möglich waren. Es wird jedoch erwartet, dass nach Aufhebung der Reisebeschränkungen und Grenzschließungen ein Nachholeffekt einsetzt und wieder vermehrt Fernreisen unternommen werden.

Die Tourismusbranche hat in diesem Jahr viel aufzuholen, da sie besonders stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen war. Dennoch sind die Umsätze inzwischen fast wieder auf dem Vorkrisenniveau und 2023 wird es wieder Wachstum geben. Die größte Herausforderung für die Tourismuswirtschaft wird es sein, dieses Wachstum mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Einklang zu bringen.

Der Tourismusgipfel hat gezeigt, dass nachhaltiges Reisen ein wichtiges Thema ist, das sowohl von der Branche als auch von der Politik ernst genommen wird. ernst genommen wird. Die Herausforderungen sind bekannt und es bedarf gemeinsamer Anstrengungen, um den Tourismussektor nachhaltiger zu gestalten und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Nur so können wir sicherstellen, dass auch zukünftige Generationen die Schönheit unserer Welt genießen können.