Prof. Dr. Harald Zeiss Key Note Speaker Vortrag Institut für nachhaltigen Tourismus

Fußball WM 2026 in den USA: Warum der erwartete Tourismusboom bislang ausbleibt

Wie t online berichtet, entwickelt sich die Fußball Weltmeisterschaft 2026 in den USA touristisch bislang deutlich schwächer als erwartet. Trotz gut besuchter Stadien bleiben viele Hotels hinter ihren Buchungszielen zurück. Harald Zeiss, Geschäftsführer des Instituts für nachhaltigen Tourismus, ordnet die Ursachen dieser Entwicklung ein.

Hohe Erwartungen treffen auf verhaltene Nachfrage

Die FIFA hatte im Vorfeld der Weltmeisterschaft mit einem enormen wirtschaftlichen Impuls gerechnet. Rund 6,5 Millionen Stadionbesuche und Milliardenumsätze im Tourismus sollten insbesondere Hotels, Gastronomie und Reiseveranstaltern zugutekommen.

Die Realität fällt bislang deutlich verhaltener aus. Harald Zeiss erklärt:

„Es ist längst nicht das eingetroffen, was sich die Branche erhofft hat“

Viele Hotels hätten ihre Kapazitäten und Preise auf eine starke internationale Nachfrage ausgerichtet. Die erwarteten Gäste blieben jedoch vielerorts aus.

Volle Stadien bedeuten nicht automatisch volle Hotels

Zwar sind zahlreiche Spiele sehr gut besucht. Für die touristische Wertschöpfung ist jedoch entscheidend, woher die Besucher kommen.

Nach Einschätzung von Harald Zeiss stammen viele Zuschauer aus den USA selbst. Internationale Fans reisen bislang deutlich seltener an als prognostiziert. Dadurch entstehen weniger Hotelübernachtungen, geringere Ausgaben in der Gastronomie und weniger Nachfrage nach touristischen Angeboten.

Auch aktuelle Daten zeigen dieses Bild. In mehreren Austragungsorten lagen die Hotelbuchungen unter dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig gingen Flugbuchungen aus Europa in wichtige Gastgeberstädte zurück.

Überhöhte Preise bremsen die Nachfrage

Ein weiterer Faktor sind die ursprünglich sehr hohen Hotelpreise. In einigen Gastgeberstädten stiegen die Übernachtungspreise zeitweise um mehrere Hundert Prozent.

Viele Hotels mussten ihre Preisstrategie inzwischen deutlich korrigieren. Teilweise liegen die Zimmerpreise mittlerweile wieder auf dem Niveau eines normalen Sommers.

Diese Entwicklung zeigt, dass Großveranstaltungen zwar hohe Nachfrage erzeugen können. Überzogene Preiserwartungen bergen jedoch das Risiko, potenzielle Gäste abzuschrecken und kurzfristige Preiskorrekturen notwendig zu machen.

Internationale Großereignisse brauchen attraktive Rahmenbedingungen

Neben den Preisen spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle für die Reiseentscheidung. Lange Anreisewege, hohe Reisekosten sowie politische Rahmenbedingungen beeinflussen zunehmend die Attraktivität einer Destination.

Harald Zeiss sieht darin einen wichtigen Hinweis für künftige Gastgeber internationaler Sportveranstaltungen. Der sportliche Erfolg eines Turniers garantiert nicht automatisch wirtschaftlichen Erfolg für die Tourismusbranche. Entscheidend ist, dass internationale Gäste sich willkommen fühlen, die Reise einfach planbar ist und das Preis Leistungs Verhältnis stimmt.

Quelle: t online, Artikel vom 24. Juni 2026: „WM in den USA: Der versprochene Tourismus Boom bleibt aus“.